23 % nutzen Workflow-Engines – brix Automatisierungs-Check - brix - Basel/Allschwil

23 % nutzen eine Workflow-Engine – was machen die anderen 77 %?

by Veronika Altenbach

BPM
27. August 2026 5 Minuten
Automatisierungs Health check

Automatisierung steht in den meisten Digitalisierungsstrategien weit oben. Doch was in der Strategie als «Automatisierung» bezeichnet wird, ist in der Praxis oft nur das Verbinden von Applikationen oder das zentrale Ablegen von Dokumenten. Eine echte Ablaufsteuerung – also Prozesse, die durch eine Workflow-Engine automatisch angestossen, gesteuert und überwacht werden – wird damit nicht erreicht.

Die aktuellste BPM-Studie 2025 von ZHAW und BOC Group bringt diese Lücke auf den Punkt. Für die Studie wurden 299 Unternehmen im DACH-Raum befragt: Nur 23 % von ihnen automatisieren ihre Prozesse mit einer Workflow-Engine, gleichzeitig erwarten 69 % eine steigende Relevanz von BPM- und Automatisierungs-Tools in den kommenden Jahren. Zwischen Anspruch und technischer Umsetzung besteht also eine erhebliche Lücke – und genau hier setzt ein strukturierter «Automatisierungs-Health-Check» an.

Tool-Integration ist keine Automatisierung

Viele IT- und Digitalisierungsverantwortliche verwechseln zwei Dinge, die auf den ersten Blick ähnlich wirken, aber grundlegend verschieden sind:

  1. Applikationen verbinden: Systeme tauschen Daten aus, Mitarbeitende springen aber weiterhin manuell zwischen den Oberflächen hin und her.
  2. Dokumente zentral ablegen: Eine gemeinsame Ablage schafft Transparenz, steuert aber keinen einzigen Prozessschritt.
  3. Workflow-Engine-Automatisierung: Der Prozess läuft eigenständig – von der Auslösung über die Freigabe bis zum Abschluss –, Systeme und Rollen werden automatisch angesteuert.

Nur die dritte Form reduziert tatsächlich manuellen Aufwand, verkürzt Durchlaufzeiten und macht Prozesse messbar. Wer bei den ersten beiden Formen stehen bleibt, hat den Anschein von Automatisierung geschaffen, ohne deren Wirkung zu erzielen. Mehr zur konkreten technischen Umsetzung mit einer Workflow-Engine wie Camunda – einer verbreiteten Automatisierungsplattform für Geschäftsprozesse – finden Sie auf unserer Webpage «Prozessautomatisierung mit Camunda».

Warum diese Lücke jetzt strategisch relevant ist

Der Erwartungsdruck an BPM- und Automatisierungslösungen steigt spürbar – unabhängig von Branche oder Unternehmensgrösse. Wie unterschiedlich weit Unternehmen dabei tatsächlich sind, zeigt der Branchenvergleich der Studie: Während in der IT-Branche bereits 33 % der Unternehmen Prozesse per Workflow-Engine automatisieren, sind es in der öffentlichen Verwaltung nur 11 %.

Ohne eine unternehmensweit abgestimmte Vorstellung davon, welche Tools künftig welche Prozesse steuern sollen, automatisieren zudem oft mehrere Teams parallel und aneinander vorbei. Wie, wenn zwei Abteilungen einen Freigabeprozess mit zwei unterschiedlichen Tools automatisieren, statt sich auf eine gemeinsame Lösung zu einigen? Besonders deutlich zeigt sich diese Dynamik dort, wo Prozesse historisch gewachsen und wenig standardisiert sind: Unterschiedliche Abteilungen haben über Jahre eigene Tools eingeführt, ohne dass es je einen gemeinsamen Standard für Ablaufsteuerung gab. Ein zusätzliches Automatisierungsprojekt trifft dann nicht auf eine saubere Ausgangslage, sondern auf einen Flickenteppich aus Punktlösungen – und genau das erschwert die Priorisierung, die eine Workflow-Engine-Einführung eigentlich benötigt.

Typische Ausgangslage: Automatisierung ohne klaren Weg

Diese Muster zeigen sich typischerweise nicht beim ersten Automatisierungsversuch, sondern erst danach – wenn die anfängliche Euphorie einer ersten Automatisierung auf die Ernüchterung des Alltagsbetriebs trifft. In der Beratungspraxis wiederholen sich dabei einige Konstellationen:

  • Zielvorgabe ohne Plan. «Wir müssen automatisieren» steht im Strategiepapier, aber niemand hat systematisch geprüft, welche Prozesse sich fachlich und technisch überhaupt eignen.
  • Priorisierung nach Bauchgefühl statt Kriterien. Mehrere Prozesse kommen infrage, entschieden wird aber nach Dringlichkeit des lautesten Fachbereichs statt nach Aufwand-Nutzen-Verhältnis.
  • Enttäuschter erster Versuch. Eine frühere Automatisierung wurde eingeführt, liefert aber weniger Entlastung als versprochen – meist, weil der zugrunde liegende Prozess vorher nie optimiert wurde.
  • Automatisierung als Solo-Projekt. Einzelne Teams automatisieren für sich, ohne Rückkopplung an die Gesamtstrategie oder an andere Abteilungen.

Das Ergebnis ist in allen vier Fällen dasselbe: Projektstillstand, steigende Kosten, fehlender ROI.

Der strukturierte Weg zu echter Workflow-Automatisierung

Bevor eine Workflow-Engine sinnvoll eingeführt werden kann, braucht es Klarheit über drei Fragen:

  1. Welche Prozesse eignen sich fachlich und technisch?
  2. Welche Technologie passt zur bestehenden Systemlandschaft?
  3. Wie lässt sich die Umsetzung so strukturieren, dass sie zur Unternehmensstrategie passt, statt eine weitere Insellösung zu schaffen?

Genau diese Fragen beantwortet unser «Automatisierungs-Health-Check» – von der Ist-Aufnahme im Kick-off-Workshop über die Expertenanalyse bis zum individuellen Ergebnis-Report mit konkretem Aktionsplan. Das Ziel ist nicht ein weiteres Konzeptpapier, sondern ein klarer, priorisierter Weg zu den ersten Quick-Wins – eingebettet in Ihre Gesamtstrategie.

Fazit

Die Zahlen der BPM-Studie 2025 machen deutlich: Automatisierung wird strategisch immer wichtiger, doch die technische Basis dafür – echte Ablaufsteuerung statt Tool-Integration – fehlt bei den meisten Unternehmen noch. Wer diese Lücke jetzt schliesst, verschafft sich einen klaren Vorsprung, bevor Kunden, Partner oder die eigene Geschäftsleitung schnellere, durchgängige Prozesse einfordern.

Wo steht Ihr Unternehmen beim Thema Workflow-Automatisierung wirklich?

Im «Automatisierungs Health Check» identifizieren wir gemeinsam mit Ihnen, welche Prozesse sich für eine echte Workflow-Engine-Automatisierung eignen und wo die grössten Quick-Wins liegen.