KI-Agenten im Digital Asset Management – brix Solutions AG - brix - Basel/Allschwil

KI-Agenten im Digital Asset Management

by Veronika Altenbach

DAM
16. Januar 2026 3 Minuten

Warum das Thema gerade jetzt relevant ist?

Zwischen Vision, Reifegrad und Realität
KI Agenten im DAM

Kaum ein Thema im Digital Asset Management wird aktuell so intensiv diskutiert wie KI-Agenten. Gemeint sind Systeme, die nicht nur Inhalte verwalten, sondern selbstständig Aufgaben übernehmen. Sie sollen Inhalte planen, bewerten, sortieren oder sogar Entscheidungen treffen.

Viele Hersteller versprechen:

  • schnellere Prozesse
  • weniger Kosten
  • bessere Qualität

Das klingt verlockend. Doch in der Praxis stellen sich viele Unternehmen dieselbe Frage: Wie selbstständig kann KI heute wirklich arbeiten – und was braucht es dafür?

Die Vision: DAM als intelligente Steuerzentrale

Die Vision ist technisch grundsätzlich umsetzbar.

KI-Agenten übernehmen definierte Rollen entlang des Content-Lifecycles:

  • Analyse vergangener Content-Performance
  • automatische Anreicherung von Assets
  • Prüfung rechtlicher Risiken
  • Erstellung von Varianten
  • Steuerung von Workflows über Systeme hinweg

In dieser Vorstellung wird das DAM zur zentralen Steuerungsinstanz für digitalen Content. Es reagiert nicht nur – es handelt voraus.

Diese Vision ist nicht falsch. Aber sie funktioniert nicht überall gleich gut.

Der Realitätscheck aus Projekten

In realen DAM-Projekten zeigt sich ein klares Bild:

KI-Agenten funktionieren heute sehr zuverlässig, wenn Aufgaben klar abgegrenzt, regelbasiert und fachlich eindeutig definiert sind.

Besonders stabil und produktiv sind KI-Funktionen, wenn Inhalte automatisch analysiert, angereichert und weiterverarbeitet werden. Zum Beispiel:

  • automatische Metadaten-Anreicherung und Klassifikation von Assets
  • Qualitäts- und Vollständigkeitschecks entlang definierter Kriterien
  • automatisierte Übersetzung von Metadaten in mehrere Sprachen
  • Analyse von Video- und Audiodateien inklusive Spracherkennung
  • Speicherung von Transkripten als durchsuchbare Metadaten
  • automatische Erstellung und Übersetzung von Untertiteln

Diese Anwendungsfälle helfen den Teams. Sie verbessern die Auffindbarkeit von Inhalten. Ausserdem ermöglichen sie eine einheitliche, mehrsprachige Nutzung über verschiedene Kanäle und Märkte.

An Grenzen stossen KI-Agenten hingegen bei:

  • autonomen Entscheidungen ohne klare Governance
  • komplexen Bewertungen von Zusammenhängen
  • unternehmensspezifischer Marken-, Risiko- oder Rechtslogik

Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, KI könne fehlende Strukturen ausgleichen.

Das Gegenteil ist der Fall: KI verstärkt bestehende Modelle aktuell durch konsequente Entlastung von Routinetätigkeiten.

Was wir aktuell bewusst nicht empfehlen

Aus heutiger Sicht raten wir klar von folgenden Ansätzen ab:

  • End-to-End-Autonomie ohne menschliche Kontrolle
  • KI-Agenten ohne klar definierte Rollen und Zuständigkeiten
  • Automatisierung ohne dokumentierte Entscheidungslogik
  • «Black-Box-KI» bei marken- oder rechtsrelevanten Inhalten

Nicht, weil die Technologie unreif ist – sondern weil Organisation, Datenbasis und und klare Regeln oft fehlen.

Autonomie ist kein Feature, das man aktiviert. Sie ist das Ergebnis von Struktur.

Voraussetzungen für den sinnvollen Einsatz von KI-Agenten im DAM

Unternehmen, die KI-Agenten sinnvoll einsetzen wollen, benötigen:

  • klare Content-Standards
  • definierte Rollen und Verantwortlichkeiten
  • konsistente Metadatenmodelle
  • nachvollziehbare Governance-Regeln
  • saubere, verlässliche Daten

Erst wenn diese Grundlagen vorhanden sind, kann Autonomie kontrolliert wachsen.

Was Unternehmen jetzt konkret tun sollten

  1. Mit klaren Agentenrollen starten – nicht mit Vollautomatisierung
  2. Governance vor Automatisierung definieren
  3. Datenqualität priorisieren, nicht Tool-Funktionen
  4. KI als Entlastung verstehen, nicht als Ersatz
  5. Den eigenen Reifegrad realistisch einschätzen

Nicht jedes Unternehmen muss heute KI-Agenten einsetzen. Aber jedes Unternehmen sollte heute die Grundlagen dafür schaffen.

Fazit: Autonomie ist ein Ziel, kein Startpunkt

KI-Agenten sind kein kurzfristiger Trend.
Sie sind ein sinnvoller nächster Schritt im Digital Asset Management.

Doch Autonomie entsteht nicht durch Technologie allein.
Sie entsteht durch klare Regeln, saubere Daten und realistische Erwartungen.

Wer heute diese Grundlagen schafft, wird morgen profitieren.

Sie möchten wissen, wie KI in Ihrem DAM sinnvoll eingesetzt werden kann?

Wir unterstützen Sie bei Einordnung, Reifegradanalyse und Umsetzung.

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