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KI-gestützte Asset-Analyse im DAM: Von Farbanalyse bis Claims-Erkennung

by Veronika Altenbach

DAM
27. Juli 2026 6 Minuten
KI gestützte Asset Analyse im DAM Von Farbanalyse bis Claims Erkennung Sharedien KI Prompting

Ein grosser Teil der Informationen auf einem Asset steht selten im Dateinamen oder in klassischen Metadaten (IPTC, EXIF, XMP usw.) im Bild selbst. Welche Farben ein Produktfoto dominieren, was genau im Bild zu sehen ist, ein Siegel in der Ecke einer Verpackung, ein Slogan über einem Werbemotiv – all das trägt Bedeutung, die sich mit herkömmlichem Tagging im DAM kaum systematisch erfassen lässt. Doch genau diese Details entscheiden oft darüber, ob ein Asset für eine bestimmte Kampagne, einen Markt oder eine Prüfung überhaupt relevant ist.

Mit gezielt entwickelten KI-Prompts innerhalb des DAM-Systems lassen sich Assets automatisiert auf genau solche Merkmale hin analysieren und die Ergebnisse als durchsuchbare Metadaten direkt am Asset hinterlegen. Je nach Anwendungsfall unterscheidet sich dabei nur der hinterlegte Prompt, nicht die zugrunde liegende Logik: Bild analysieren, gegen eine definierte Struktur prüfen, Ergebnis strukturiert zurückgeben und speichern.

Dominante Bildfarben

Für viele Anwendungsfälle reicht es nicht, alle im Bild vorkommenden Farben zu erfassen – gefragt sind die visuell dominanten. Ein entsprechender Prompt wählt eine bis drei Farben aus einer vordefinierten Taxonomie (z. B. Schwarz, Weiss, Rot, Blau, Gold, Multicolor) und ignoriert kleine Details wie Logos oder Reflexionen, ausser sie sind selbst dominant. Ähnliche Farbtöne werden dabei bewusst zusammengefasst – Marineblau und Hellblau etwa einheitlich als «Blau». Das Ergebnis macht Assets nach der Farbwelt filterbar, ganz ohne manuelle Farbverschlagwortung.

Chat GPT Image Aug 31 2026 08 41 45 AM

KI-generiertes Bild

Dominante Farben

Automatische Bildbeschreibung mit Firmenkontext

Ein zweiter Anwendungsfall generiert vollständige Metadaten aus dem Bildinhalt selbst: Titel, Beschreibung, sichtbare Produkte, Aktivitäten, Personenrollen und Umgebung. Entscheidend ist ein zusätzlicher Firmenkontext im Prompt – etwa die Information, dass ein Unternehmen Küchengeräte herstellt. Dieser Kontext lenkt die KI darauf, relevante Begriffe zu erkennen (etwa «Pfanne», «Kochtopf») und Personen ausschliesslich nach Rolle zu beschreiben («Koch», «Kundin») statt sie zu identifizieren. So entstehen vollständige, konsistente Metadaten zu Produkt, Aktivität, Umgebung und Bildtyp – automatisiert statt manuell erfasst.

Chat GPT Image Aug 31 2026 08 50 16 AM

KI-generiertes Bild

Bildbeschreibung

  • Titel: Koch bereitet Gemüse in der Bratpfanne zu
  • Beschreibung: Ein Koch bereitet in einer modernen Küche ein Gemüsegericht in einer Bratpfanne auf einem Induktionskochfeld zu.
  • Produkte: Bratpfanne, Kochtopf, Induktionskochfeld, Schneidebrett, Küchenutensilien, Glasflaschen für Öl
  • Aktivitäten: Kochen, Rühren
  • Personen: Koch
  • Umgebung: Profiküche
  • Bildtyp: Lifestyle
  • Schlüsselwörter: Koch, Kochen, Bratpfanne, Induktionskochfeld, Gemüse, Kochtopf, Küchenutensilien, frische Zutaten, kulinarische Zubereitung, moderne Küche, gesundes Kochen
Koch

Symbole, Slogans und Claims: Green Claims und die EmpCo-Vorprüfung

Ein Bereich, in dem diese Analyse besonders viel Zeit spart, sind umweltbezogene Aussagen im Hinblick auf die EU-Green-Claims-Richtlinie und vergleichbare Regularien. Ein speziell entwickelter Prompt prüft Assets unter anderem auf Aussagen zu Umwelt und Nachhaltigkeit, Klima und CO₂, Recycling, Verpackung, biologischer Abbaubarkeit, natürlicher Herkunft sowie Energieeffizienz.

Wichtig dabei: Die KI trifft keine abschliessende rechtliche Bewertung und erteilt keine Freigabe. Sie erstellt eine strukturierte Compliance-Vorprüfung und zeigt auf, welche Assets durch Marketing-, Regulatory- oder Legal-Teams näher betrachtet werden sollten.

Die Risikostufe zeigt, wie dringend ein Claim geprüft werden sollte:

  • Niedrig heisst klar belegbar oder unkritisch
  • Mittel heisst unklar oder ohne Nachweis
  • Hoch heisst stark, verallgemeinernd oder ganz ohne Beleg.

Eine rechtliche Bewertung ersetzt das nicht – die Stufe hilft nur, die Prüfreihenfolge zu priorisieren.

Die Wasserflasche. Ein Werbemotiv zeigt eine Person, die aus einer Flasche trinkt, ergänzt durch die Aussagen «Good for you. Good for the environment.» und »100 % natural«. Die Aussage «good for the environment» bleibt vage – sie benennt keinen konkreten Aspekt von Produkt oder Verpackung:

Chat GPT Image Jul 24 2026 10 06 16 AM

KI-generiertes Bild

Die Wasserflasche:

Die KI liefert dazu ein strukturiertes Ergebnis:

  • Claim erkannt: Ja
  • Risikostufe: Mittel
  • Kategorie: Umwelt, natürliche Herkunft
  • Empfehlung: Manuelle Prüfung empfohlen
Claim

Die Verpackung. Ein Produktfoto zeigt eine Lebensmittelverpackung mit einem stilisierten Blatt-Symbol und dem Hinweis «klimaneutral hergestellt». Hier entsteht der Claim erst aus der Kombination von Icon und Kurztext – ein Signal, das eine rein textbasierte Prüfung häufig übersieht:

Chat GPT Image Aug 31 2026 09 38 27 AM

KI-generiertes Bild

Die Verpackung:

Die KI liefert dazu ein strukturiertes Ergebnis:

  • Claim erkannt: Ja
  • Risikostufe: Mittel bis hoch
  • Kategorie: Klima / CO₂
  • Empfehlung: Nachweis erforderlich
Müsli


Das Prinzip lässt sich beliebig erweitern

Was das bedeutet: Ob dominante Farbe, Bildinhalt oder Green Claim – die zugrunde liegende Analyse-Logik bleibt identisch, nur der hinterlegte Prompt und die gesuchten Kategorien ändern sich. Denkbar ist etwa die Erkennung von Personen im Bild zur Steuerung von Einwilligungs- und Bildrechte-Workflows – relevant überall dort, wo Assets mit erkennbaren Personen nur mit gültiger Freigabe verwendet werden dürfen. Ebenso möglich sind Markenkonformitäts-Checks oder automatisierte Alt-Text-Generierung für Barrierefreiheit. Ein Unternehmen kann so mit überschaubarem Aufwand weitere Merkmale ergänzen, sobald ein neuer Bedarf entsteht, ohne die Analyse-Logik neu aufzubauen.

Strukturierte Ergebnisse als durchsuchbare Metadaten

Die Analyseergebnisse werden direkt am jeweiligen Asset als Metadaten gespeichert – darunter je nach Anwendungsfall Farbwerte, strukturierte Bildbeschreibungen oder «Claim Category» und «Risk Level».

Die Grundvoraussetzung ist keine bestimmte Software, sondern zwei technische Bausteine:

  • Eine KI-Anbindung, die Bilder analysieren kann – diese Fähigkeit bringen mittlerweile viele DAM‑Systeme mit.
  • Informationsfelder, in denen sich das Ergebnis strukturiert ablegen lässt.

Bringt das eigene DAM-System diese Fähigkeit noch nicht mit, liesse sich das künftig auch über einen ergänzenden Service anbinden. Bei Sharedien lässt sich der Prompt beispielsweise bereits heute direkt in der Konfiguration der Metadatenfelder hinterlegen, sodass er automatisch angewendet wird.

Weil die Ergebnisse als Metadaten vorliegen, lassen sich betroffene Assets organisationsweit suchen, filtern und gezielt in Review- oder Kampagnenprozesse überführen.

Wie viel Zeit die automatisierte Analyse im Einzelfall gegenüber manuellem Tagging spart, hängt davon ab, wie viele Assets analysiert werden, wie lückenhaft die bisherige Verschlagwortung ist und wie viele Merkmale pro Asset erfasst werden sollen – eine pauschale Zahl gibt es dafür nicht.

Das schafft eine gemeinsame Grundlage für Marketing, Sustainability, Regulatory und Legal – für eine frühzeitige Identifikation relevanter Assets, nachvollziehbare Review-Prozesse und eine effizientere Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen wie beispielsweise EmpCo.

Fazit

Ob Farbwelt, Bildinhalt oder Green Claim: Relevante Informationen stecken oft in Details, die klassisches Tagging nicht erfasst. Ein gezielt entwickelter KI-Prompt macht diese Details sichtbar und durchsuchbar – als strukturierter, priorisierter Startpunkt für die zuständigen Teams.

Möchten Sie wissen, ob und wie sich KI-gestützte Bildanalyse an Ihr bestehendes System anbinden lässt? Wir helfen Ihnen, die richtigen Prompts zu definieren.

Sprechen Sie mit uns – wir zeigen Ihnen, wie sich die KI-Klassifizierung in Ihre bestehende DAM-Struktur integrieren lässt.

Häufig gestellte Fragen zu KI-gestützte Asset-Analyse im DAM

Nein. Die KI erstellt ausschliesslich eine strukturierte Compliance-Vorprüfung und markiert potenziell relevante Assets. Eine abschliessende rechtliche Bewertung bleibt weiterhin Aufgabe von Regulatory- oder Legal-Teams.

Nein. Voraussetzungen sind aber, dass das DAM-System eine KI-Anbindung zulässt oder zur Verfügung stellt, um Bilder zu analysieren, und Informationsfelder, in denen sich das Ergebnis strukturiert ablegen lässt. Diese Kombination bringen mittlerweile viele DAM-Systeme out-of-the-box mit – etwa Sharedien aus unserem eigenen Portfolio.

Das lässt sich pauschal nicht beziffern, da es stark von Bestandsgrösse und bisherigem Tagging-Aufwand abhängt. Der strukturelle Effekt bleibt aber gleich: Statt jedes Asset einzeln zu sichten, prüfen Teams nur noch die von der KI markierten Treffer.

Ja. Die zugrunde liegende Analyse-Logik bleibt bei jedem Anwendungsfall gleich, nur der hinterlegte Prompt und die gesuchten Kategorien ändern sich. Denkbar sind unter anderem Markenkonformitäts-Checks, automatisierte Alt-Text-Generierung oder die Erkennung von Personen für Einwilligungs-Workflows.

Je nach Kategorie sind unterschiedliche Teams gefragt: Bei Green Claims typischerweise Marketing, Regulatory oder Legal, bei anderen Merkmalen etwa Brand-Management oder Kampagnen-Verantwortliche. Die KI liefert dafür einen priorisierten Startpunkt, keine fertige Entscheidung.

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