Auffindbarkeit im DAM: kein Software-Problem, sondern eine Frage der Verantwortung
Ein DAM-System allein macht Assets nicht auffindbar. Fast immer sind es die gleichen Ursachen – und keine davon ist die Software.
Mehrby Veronika Altenbach
Am 15. September 2026 fand der Terrific Tuesday 2026 bei der Schaffner AG in Müllheim statt – ein Nachmittag aus drei Teilen: eine Führung durch die Produktion, Fachvorträge zu Systemintegration und Content-Auffindbarkeit sowie Raum für den direkten Austausch zwischen den Gästen. Aus unserer Sicht hat sich die kleine Runde bewährt: Es gab viel Platz für direkte Fragen und Antworten sowie Diskussionen, die in grösserer Runde so nicht zustande gekommen wären.
Die Schaffner AG produziert seit über 70 Jahren Gartenmöbel aus Metall und Fiberglas – von den berühmten Spaghetti-Stühlen bis zu den Gartentischen, die viele hauptsächlich aus dem Gastrobereich kennen. Gegründet 1954 in Fruthwilen, zog das Unternehmen bereits 1963 an den heutigen Standort in Müllheim um und blieb über mehrere Generationen bei der Familie Schaffner in Familienbesitz. Seit September 2024 führt Urs Hänggi das Unternehmen: Als Geschäftsführer und Inhaber bleibt Schaffner den bestehenden Werten treu und entwickelt sich zugleich Schritt für Schritt weiter.
Diese Kontinuität war für uns auch beim Besuch spürbar: Die Schaffner AG kennt praktisch keine Fluktuation, viele Mitarbeitende sind schon seit über zehn Jahren dabei. Familiär – so wurden auch wir und unsere Gäste empfangen.
Genau mit diesem familiären Charakter im Rücken durften wir die gesamte Produktionskette kennenlernen. Der Hauptteil der Produktion wird auf Bestellung gefertigt – entsprechend besteht das Lager aus vielen Halbfabrikaten, quasi einem Bausatz, der erst mit der Kundenbestellung zum fertigen Stuhl oder Tisch wird. Die Führung war von spürbarer Leidenschaft geprägt und gab einen seltenen Einblick in eine Fertigung, die Handwerk und Präzision auf jeder Produktionsstufe sichtbar macht.
Auch strategisch zeigt sich die Schaffner AG in Bewegung: In den vergangenen zwei Jahren konnte das Unternehmen
weiteres Wachstum verzeichnen – erreicht durch optimierte Abläufe. Frischer Wind gehört ebenso zur Strategie wie ein klares Ziel: die Händler gezielt zu stärken, die die Gartenmöbel vertreiben – einen Direktverkauf bietet die Schaffner AG bewusst nicht an. Auch bleibt Schaffner seinen Werten treu «Handmade in Switzerland»: ein Qualitätssiegel für langlebige Klassiker mit Herzblut hergestellt in der Schweiz.
Dieser Weg ist Schaffner nicht neu: Wie gezielte Digitalisierung aussehen kann, zeigt die Zusammenarbeit mit brix. Gemeinsam mit Bynder haben wir für Schaffner ein zentrales Händlerportal für digitale Assets aufgebaut – in nur einem Monat konzipiert, umgesetzt und live geschaltet. Wie das gelungen ist, lesen Sie in unserer Erfolgsgeschichte mit der Schaffner AG.
Genau dieser rote Faden – Content und Daten dorthin bringen, wo sie gebraucht werden – zog sich auch durch die Vorträge des Nachmittags, ob im Handel, in der Produktion oder in der eigenen Systemlandschaft.
Den Vortrag zu Xactuell bei Ullrich – Passion for Liquids hielt, da Nathalie Heuser (Tech Lead E-Commerce- & Prozess-Management IT) verhindert war, Melanie Gschwind, Publishing Consultant bei brix, die mit dem Projekt bestens vertraut ist. Sie zeigte, wie das Unternehmen mit Xactuell den Publishing-Prozess für das zweimonatlich erscheinende Liquid-Magazin automatisiert hat: Produktdaten fliessen seither direkt aus SAP Business One ins InDesign-Layout – in sechs Sprach- und Zielgruppenversionen für rund 36’500 Empfängerinnen und Empfänger. Wie das gelungen ist, lesen Sie in unserer Erfolgsgeschichte mit Ullrich – Passion for Liquids.
Florian Kuhn (Senior Sales Manager, ATAMYA GmbH) widmete sich einem Klassiker mit unnötig hohem Aufwand: dem Produktdatenblatt. Statt Layouts manuell anzupassen, Daten zu kopieren und PDFs einzeln zu exportieren, zeigte er, wie sich strukturierte Produktdaten direkt aus dem PIM templatebasiert und per Rechtsklick zu druckfertigen Datenblättern verarbeiten lassen – möglich macht das der von uns entwickelte PrintGrid-Service, der bereits heute in ATAMYA integriert ist. Mehr zum PrintGrid-Service lesen Sie in unserem Beitrag dazu.
Zwei Themen aus den Präsentationen greifen zudem auf, woran wir bei brix arbeiten, um die Content-Bereitstellung für unsere Kundschaft künftig noch effizienter zu gestalten: die Systemintegrationsplattform als Fundament, damit Content nicht in einzelnen Tools gefangen bleibt, sondern dort verfügbar ist, wo er gebraucht wird – und Enterprise Search als einer der Services darauf, mit dem sich Inhalte über Systemgrenzen hinweg auffinden lassen. Weitere Bausteine wie die Toolbox – die DAM-übergreifend Strukturen, Metadaten und Berechtigungen exportiert und importiert – sowie zusätzliche Connectors werden folgen.
Dieses Zusammenspiel aus Plattform und Services greift die systemübergreifende Nutzung von Content auf, die an diesem Nachmittag mehrfach zur Sprache kam – und dürfte mit wachsender Systemvielfalt weiter an Bedeutung gewinnen.
Den Abschluss des Nachmittags machte, was für uns über die Fachvorträge hinaus im Zentrum stand: das Stärken des Netzwerks. Zwischen Produktionsführung und Präsentationen blieb genügend Raum, um sich mit anderen Gästen auszutauschen, Fragen direkt zu stellen und Erfahrungen zu teilen – Gespräche, die in einer grösseren Runde so kaum entstanden wären.
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