Nach dem Networking an der Tischmesse ging es im Hörsaal weiter, mit einem Thema, das derzeit kaum eine Marketing- und Salesabteilung kalt lässt: dem Einfluss von KI auf Sales und Marketing – heute und in den kommenden Jahren.
Stephan Sigrist eröffnete mit vier Leitfragen, die den Nachmittag rahmten:
- Welche Wirkung hat KI auf uns als Menschen und unsere Kultur?
- Mit welcher Wirkung generiert sie bereits heute Output auf Weltniveau?
- Wie lässt sich diese Wirkung nachvollziehen – und wie setzen wir sie im Sales & Marketing bestmöglich ein?
Ein strategischer Rahmen, der deutlich machte: Es geht längst nicht mehr nur um einzelne Werkzeuge, sondern um Geschäftsmodelle, Positionierung und die Kultur der Wertschöpfung insgesamt.
Rados Djokic zeigte anhand von HPs eigenem «AI for Workforce»-Ansatz, wie konkret das bereits heute aussieht: On-Device Agentic AI kombiniert mit Cloud-KI-Frontier-Modellen – sicher, reaktionsschnell und kosteneffizient. Am Beispiel eines Account-Plans wurde sichtbar, wie viele Arbeitsschritte – von der Marktrecherche bis zur CRM-Pflege – bereits von KI übernommen werden, während der Mensch nur noch prüft und freigibt: Aus vier Stunden manueller Arbeit pro Kunde wird so ein kurzer Review-Schritt, ein greifbares Beispiel dafür, wie Generative AI vom Hype zu messbarem Nutzen übergeht.
Pascal Blank zeigte im Deep Dive, wie Daten, Segmentierung und KI Sales und Marketing messbar effizienter machen. Am Prinzip «Ein Signal. Drei Kontexte.» erklärte er, wie dasselbe Kundensignal – etwa ein mehrfach angesehenes Produkt – je nach Kontext zu unterschiedlichen Reaktionen führen muss: Orientierung für Neukundschaft, ein passendes Angebot für Bestandskundschaft, Hilfe bei einem offenen Servicefall. Auf der Ausführungsebene brachte er die Rollenteilung auf den Punkt: Das System berechnet, die KI interpretiert, der Mensch setzt um – erst im Zusammenspiel entsteht die «Wachstumsmaschine».
Sophie Hundertmark widmete sich der KI Visibilität. Ihre zentrale These: KI wirkt auf der gesamten Customer Journey, nicht nur am Anfang – am teuersten ist die Wirkung in der Consideration-Phase, wo die Shortlist entsteht. Gleichzeitig zeigte sie ein Paradox auf: Sinkende Klickzahlen bedeuten nicht automatisch weniger Erfolg, denn wer über einen KI-Chat kommt, ist oft bereits vorentschieden und konvertiert besser. Die relevante Kennzahl ist deshalb nicht der Traffic, sondern die Frage, ob und wie ein Unternehmen von der KI überhaupt genannt wird – mit einem einfachen Selbsttest liess sich das direkt vor Ort ausprobieren.
Vier unterschiedliche Blickwinkel, ein gemeinsamer Nenner: KI verändert nicht nur, wie Marketing und Vertrieb arbeiten, sondern zunehmend auch, wo und wodurch Unternehmen überhaupt noch sichtbar sind.