vfTalk 2026: Premiere für die Dynamic Process Bridge - brix - Basel/Allschwil

vfTalk 2026: Premiere für die Dynamic Process Bridge

by Veronika Altenbach

BPM
21. September 2026 6 Minuten

Am Freitag, 18. September 2026, nahmen wir erstmals am vfTalk 2026 der Virtuellen Fabrik teil – an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Brugg-Windisch, und gleich mit einem eigenen Stand. Für ein Unternehmen, welches sich mehr über Projekte als über Messeauftritte definiert, war das ein bewusster Schritt: raus aus dem gewohnten Kundenkreis, rein in den direkten Austausch mit einem breiteren Fachpublikum.

Im Zentrum stand die Dynamic Process Bridge – das Innosuisse-Projekt, das wir gemeinsam mit der FHNW entwickeln. Ziel ist eine KI-gestützte Prozessorchestrierung zwischen bestehenden Systemen – von der Datenintegration bis zur Entscheidung. Statt Systeme isoliert zu betrachten, verbindet die Dynamic Process Bridge vorhandene Systemlandschaften so, dass Informationen durchgängig fliessen und Entscheidungen dort unterstützt werden, wo sie anfallen. Die zahlreichen Gespräche am Stand, die gezielten Rückfragen und das durchweg positive Feedback bestätigten, was sich in der Projektarbeit bereits abzeichnete: Systemintegration und Prozessorchestrierung sind ein aktuelles Thema, mit dem sich viele Unternehmen auseinandersetzen – gerade im Zusammenhang mit der raschen Entwicklung der KI. Alles muss effizienter, schneller und einfacher werden, bei gleichzeitig geringerer Fehlertoleranz. Prozesse spielen dabei eine grosse Rolle – wenn nicht sogar die Hauptrolle. Auch der BPM Pulse Survey 2026 von BearingPoint und BPM&O bestätigt diesen Befund: 83 % der Unternehmen sehen Prozessmanagement bereits heute als geschäftskritisch, 42 % setzen seit Längerem generative KI im Prozessmanagement ein.

Wie KI Sales und Marketing verändert – vier Perspektiven aus dem Hörsaal

Nach dem Networking an der Tischmesse ging es im Hörsaal weiter, mit einem Thema, das derzeit kaum eine Marketing- und Salesabteilung kalt lässt: dem Einfluss von KI auf Sales und Marketing – heute und in den kommenden Jahren.

Stephan Sigrist eröffnete mit vier Leitfragen, die den Nachmittag rahmten:

  • Welche Wirkung hat KI auf uns als Menschen und unsere Kultur?
  • Mit welcher Wirkung generiert sie bereits heute Output auf Weltniveau?
  • Wie lässt sich diese Wirkung nachvollziehen – und wie setzen wir sie im Sales & Marketing bestmöglich ein?

Ein strategischer Rahmen, der deutlich machte: Es geht längst nicht mehr nur um einzelne Werkzeuge, sondern um Geschäftsmodelle, Positionierung und die Kultur der Wertschöpfung insgesamt.

Rados Djokic zeigte anhand von HPs eigenem «AI for Workforce»-Ansatz, wie konkret das bereits heute aussieht: On-Device Agentic AI kombiniert mit Cloud-KI-Frontier-Modellen – sicher, reaktionsschnell und kosteneffizient. Am Beispiel eines Account-Plans wurde sichtbar, wie viele Arbeitsschritte – von der Marktrecherche bis zur CRM-Pflege – bereits von KI übernommen werden, während der Mensch nur noch prüft und freigibt: Aus vier Stunden manueller Arbeit pro Kunde wird so ein kurzer Review-Schritt, ein greifbares Beispiel dafür, wie Generative AI vom Hype zu messbarem Nutzen übergeht.

Pascal Blank zeigte im Deep Dive, wie Daten, Segmentierung und KI Sales und Marketing messbar effizienter machen. Am Prinzip «Ein Signal. Drei Kontexte.» erklärte er, wie dasselbe Kundensignal – etwa ein mehrfach angesehenes Produkt – je nach Kontext zu unterschiedlichen Reaktionen führen muss: Orientierung für Neukundschaft, ein passendes Angebot für Bestandskundschaft, Hilfe bei einem offenen Servicefall. Auf der Ausführungsebene brachte er die Rollenteilung auf den Punkt: Das System berechnet, die KI interpretiert, der Mensch setzt um – erst im Zusammenspiel entsteht die «Wachstumsmaschine».

Sophie Hundertmark widmete sich der KI Visibilität. Ihre zentrale These: KI wirkt auf der gesamten Customer Journey, nicht nur am Anfang – am teuersten ist die Wirkung in der Consideration-Phase, wo die Shortlist entsteht. Gleichzeitig zeigte sie ein Paradox auf: Sinkende Klickzahlen bedeuten nicht automatisch weniger Erfolg, denn wer über einen KI-Chat kommt, ist oft bereits vorentschieden und konvertiert besser. Die relevante Kennzahl ist deshalb nicht der Traffic, sondern die Frage, ob und wie ein Unternehmen von der KI überhaupt genannt wird – mit einem einfachen Selbsttest liess sich das direkt vor Ort ausprobieren.

Vier unterschiedliche Blickwinkel, ein gemeinsamer Nenner: KI verändert nicht nur, wie Marketing und Vertrieb arbeiten, sondern zunehmend auch, wo und wodurch Unternehmen überhaupt noch sichtbar sind.

Fazit

Der vfTalk 2026 war für uns eine gelungene Mischung aus Innovation, konkreten Praxisbeispielen und wertvollem Networking. Die Vorträge von Sigrist, Djokic, Blank und Hundertmark zeigten dabei übereinstimmend: KI verändert Sales und Marketing nicht am Rand, sondern im Kern – von der Rollenteilung zwischen System, KI und Mensch bis zur Frage, wo und wodurch Unternehmen überhaupt noch sichtbar sind. Genau an diesem Punkt setzt auch die Dynamic Process Bridge an: Sie sorgt dafür, dass die Systeme, aus denen diese Rollenteilung ihre Daten bezieht – oft historisch gewachsene, verschachtelte Prozesslandschaften – überhaupt erst miteinander sprechen, die Voraussetzung dafür, dass KI im Alltag zuverlässig unterstützen kann. Für uns war der Tag deshalb auch eine erste Standortbestimmung dafür, wie die Dynamic Process Bridge bei einem breiteren Fachpublikum ankommt. Der nächste vfTalk ist bereits im Blick: Wir hoffen, dort den Use Case der Lastech AG mit der Dynamic Process Bridge live in Aktion zeigen zu können.

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